Die Nachwirkungen des Wochenendes am Watzmann sind immer noch zu spüren. Das liegt aber nicht an den müden Knochen, sondern an den fantastischen Eindrücken die wir dort oben am Berg erlebt haben.
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Auf nach Berchtesgaden

Wie immer vor so einem Wochenende steht erstmal das große Packen an. Das Wetter soll an für sich hervorragend werden aber in den Bergen weiß man ja bekanntlich nie so genau. Also wird doch ein bisschen mehr eingepackt am eigentlichen Gipfeltag werden die Rücksäcke ja eh neu gemischt. Dann ist auch schon Freitag und mein Kumpel Frank fährt bereits vor. Nichts geringeres als die Watzmann-Überschreitung steht an, dass wird ein mega Erlebnis. Also auf nach Berchtesgaden.

Vorbereitung geht eigentlich anders

Nach der elend langen Anfahrt und einem kurzen Abstecher im Autohaus (Auto qualmt) mussten wir uns natürlich erstmal eine Portion Berg und ein wenig Entspannung gönnen. Also rasch hoch zum Parkplatz Hinterbrand und fix ein paar Schritte vor zur Halbzeit (der Mittelstation) auf dem Jenner. Mit einem genialen Panoramablick im Liegestuhl lümmelnd und einem eiskalten Radler konnte das Bergwochenende so richtig starten.

Das wir bei meiner lieben Frau Mama, Christian, Caro und Markus dann doch noch ein paar Bier mehr hatten erzählen wir jetzt nicht. Zum Glück hat uns die späte Pizza noch durch den Abend gerettet.

Dann mal los zum Watzmann

Ich schiele auf das leuchtende Ziffernblatt meiner Garmin! 02:00 Uhr, ok noch eine halbe Stunde dann klingelt der Wecker. Frank schräg gegenüber scheint auch wach zu sein aber irgendwie lassen wir es unausgesprochen bei halb drei. Endlich erlöst uns das surren des Weckers. Wir stolpern ins Bad, schlüpfen fix in die bereitgelegten Klamotten und cruisen durch die Nacht zu unserem Startpunkt.

Ein Meer aus tausend kleinen Lichtern funkelt auf uns hinab und leuchtet uns den Weg.

Unterm Sternenzelt

So leise wie nur möglich schleichen wir uns an den wenigen Wohnmobilen vorbei und verschwinden im Wald. Die Luft tut so gut! Wir richten immer wieder unseren Blick durch die Baumwipfel nach oben. Ein Meer aus tausend kleinen Lichtern funkelt auf uns hinab und leuchtet uns den Weg. Die Stirnlampen bleiben vorerst aus.

Geräusche und Licht

Nach einer Weile kreuzen wir den Normalaufstieg und folgen den steiler werdenden Weg nach oben. Der breite Kiesweg ist weiterhin von unseren Freunden am Nachthimmel gut ausgeleuchtet, nur von weit unten flackert ein kleines Licht zu uns hinauf. Das Licht entpuppt sich nach kurzer Zeit als einen flinken E-Bike-Fahrer, der mit einem freundlichen Grias Eich genauso schnell von der Nacht verschluckt wird wie er zu uns hinaufgeschossen kam.

Wir gehen unser eigenes Tempo weiter, schließlich haben wir mit der Watzmann-Überschreitung auch noch einiges vor uns. Der Weg wird indes schmaler sodass wir nicht mehr nebeneinander gehen können. Jetzt muß auch die Stirnlampe angeknipst werden, da es hier über Stufen und Wurzeln nach oben geht.

Der Tag erwacht

Langsam erreichen wir die Baumgrenze und können die riesigen Felspyramiden des Watzmann im morgengrauen erkennen. Auf dem Weg nach oben sehen wir kleine, sich bewegende Lichter. Unwirklich kommt es uns vor, da ebenfalls nachher dieses scheinbar unwegsamme Gelände aufzusteigen. Einige Bergsteiger, die wir vorhin passiert haben (einer schlief auf ner ungemütlichen Bank) steigen unter uns nach.

So langsam macht sich das Morgenrot am Horizont breit. Vor Frank liegt nun das große Schneefeld unterhalb des Watzmannhauses. Zwischen Fels und dem kühlen Weiß schieben wir uns nach oben und erreichen die Watzmannwiesen unterhalb des Falzköpfl.

Watzmannhaus

Kurze Rast. Einige Schlucke aus der Flasche, ein paar Bilder und ein Müsliriegel später befinden wir uns im Aufstieg zum Watzmann-Hocheck.

Der steinige Pfad macht Laune erfordert aber ein gewisses Gespür für den richtigen Weg nach oben. Wir bleiben immer wieder stehen um diese herrliche Stimmung aufzusaugen. Gefühlt sind wir alleine am Berg um uns herum ist lediglich das rauschen des frischen Windes zu hören.

Nach einem weiteren unfreiwilligen Boxenstopp geht es rasch weiter, denn die Watzmann-Überschreitung läuft sich schließlich nicht von selbst.

Gipfelglück und Überschreitungsfrust

Mit dem teilweise von Schnee überzogenen Hocheck haben wir in der Fülle so nicht mehr gerechnet aber zumindest unser Zwischenziel nun fest im Blick. Nicht nur das. Hier sehen wir auch mehr Bergsteiger die sich ebenfalls noch im Aufstieg befinden. Ob das ein gutes Zeichen ist? Jedenfalls merken wir hier schon beim queren der Schneefeldern das der weitere Weg eine rutschige Angelegenheit wird.

Dann ist es geschafft. Das goldene Gipfelkreuz des Watzmann Hocheck leuchtet uns entgegen, aber auch einige knallige Outdoorklamotten. Wie vermutet hatten nicht nur wir die Idee. Aber jetzt ist erstmal genießen an der Reihe. Werde ich mich jemals an dieser grandiosen Aussicht sattsehen. Ich denke nicht.

Sind wir hier am Hillary Step

Um uns herum gibt es bereits heiße Disskussionen ob eine Überschreitung möglich ist. Wir machen uns ein eigenes Bild und müssen mit entsetzen feststellen das just in diesem Augenblick eine Seilschaft mit Steigeisen in die Route einsteigt. Das wird mit unseren Trailrunningschuhen so nicht funktionieren. Es liegt einfach zu viel Schnee. Außerdem warten hier unzählige Bergsteiger aufs weitergehen.

Nach einem kurzen Austausch, steht die Entscheidung fest. Dann wird es eben der Watzmann ohne Überschreitung. Jetzt gibts erstmal Frühstück in luftiger Höhe am Watzmannhaus.

Frühglück im Watzmannhaus

Also ran an den Abstieg, der uns jetzt auf den angetauten Schnee und Eisflächen zeigt, dass unsere Entscheidung die Richtige war. Die durchaus rutschige Angelegenheit kostet uns neben ein bisschen Zeit auch etwas Selbstvertrauen in Matterial und uns selbst. Zudem drückt der Müsliriegel und rät zur Eile.

Doch wir packen es ohne große Unfälle und lassen uns auf der bereits gut besuchten Terrasse des Watzmannhauses nieder. Frisch gestärkt allerdings doch mit zunehmend müden Beinen sind wir wieder auf dem Weg und steigen ab.

Abstieg und Einkehr und Abstieg

Das Kührointhaus wartet bereits in der Vormittagssonne auf uns. Der Kullinarische-Abstieg nimmt weiter formen an. Das Radler schmeckt traumhaft und der Blick hinauf von wo wir gekommen sind lässt es fast unwirklich wirken. Wir genießen den Anblick mit ein bisschen Stolz und verabschieden uns auch vom Kühroint.

Der Sprung ins kühle Nass

Vorbei an grasenden Kühen und satt grünen Wiesen laufen wir der Achenkanzel entgegen, den kurzen Aufschwung dort hinauf lassen wir allerdings aus und biegen rechts in den Rinnkendelsteig ein. Jetzt heißt es ab zum glittzernden Königssee der weit unter uns liegt. Wir können es bereits jetzt kaum mehr erwarten ins kühle Nass zu springen aber bis dahin müssen wir uns noch einmal zusammenreißen und genau auf den Weg fokussieren. Das hier Wanderer die teilweise selbst überfordert scheinen auch noch ihre armen Hunde diese Weg durchpeitschen ist nicht nur nervig sondern auch grob farlässig.

Der See macht es uns wirklich nicht leicht aber dann ist es geschafft. Das rauschen der Wellen die ans Ufer schwappen zieht uns fast magisch an. Ein angespülter Baummstamm wird als Bank zweckentfremdet dann fallen alle Hüllen und wir watscheln über den Kies in den See.

Glücklich

Das war Sie also, unsere Tour am Watzmann ohne Überschreitung. Mit einem Sonnenaufgang der seines Gleichen sucht. Einer Szenerie am Berg die besser nicht hätte sein können. Wobei eigentlich ja doch, denn die Wetterverhältnisse wären perfekt gewesen wenn der viele Schnee nicht so fest am Fels verharrt hätte.

Die Watzmannüberschreitung blieb uns so verwehrt aber wir haben das Beste draus gemacht und mit den Zwischenstationen am Watzmannhaus, Kührointhütte und Sankt Bartholomä einen unvergesslichen Tag im Nationalpark Berchtesgaden erlebt.

Nützliche Links zur Tour am Watzmann ohne Überschreitung

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... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

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