Dienstag Abend wir sind noch schwer am grübeln ob das Wetter halten wird und gehen bei Gewitter ins Bett. Der beste Wetterbericht ist doch immer noch der morgendliche Blick aus dem Fenster. Der sagt uns Sonne, nicht zu warm und nicht zu kalt, also rauf auf den Berg.

Die kleinen Spatzen vor unserem Fenster zwitschern uns ihr Guten Morgen Lied als wir uns langsam aus dem Bett schälen und mit müden Augen aus dem Fenster schauen. Regnet es oder haben wir Glück? Die Sonne strahlt uns freudig entgegen. Wir haben Glück und setzten uns mit großer Vorfreude auf den anstehenden Tag an den reich gedeckten Frühstückstisch bei Oma.

Mit der Gondel auf den Jenner

Dann mal los! Mittwochmorgen 09:00 Uhr. Wir stehen in der Warteschlange an der Jenner Talstation in Schönau am Königssee. Knapp zehn Minuten später sitzen wir allesamt in der Bahn hinauf zur Jenner Bergstation und bestaunen das immer kleiner werdende Berchtesgadener-Land durch die verkratzte Milchglasscheibe unserer Gondel. 

Oben angekommen gibt es eine erste Wegbeschreibung wo denn unsere Wanderung entlang führt. Mit dem Blick auf das Hohe Brett geradeaus und leicht rechts zum Schneibstein gerichtet, erkläre ich Kind 1.0 und 2.0 unsere erste kleine Etappe hinüber zum Stahlhaus. Dort ist dann auch gleich der Beginn unseres langen Abstiegs durch Königsbachtal. 

Zwischen Kühen und Latschen zum Stahlhaus

Kurz darauf Stiefeln wir fröhlich den breiten Schotterweg hinunter. Im Winter tummeln sich hier an der steilen Abfahrt eher die Alpinskifahrer oder Skitourengeher die den Gipfel des Jenner als Tagesziel im Auge haben. Durch die ersten Viehgatter und herrliche blühende kleine Pfade rufen uns die am Wegesrand stehenden Kühe ihr guten Morgen Muhhhhhh…. zu. Den ganzen Tag über werden die friedlichen Vierbeiner uns immer wieder ihr herrliches Glockenspiel im Königsbachtal leuten. 

Wie weit ist es denn noch bis zur Hütte?

Kind 2.0

Gut gelaunt und voller Tatendrang springen die Mädels leichtfüßig den Weg entlang dabei genießen es die Zwei ihre Oma und Wollknäuel Mogli mal ganz für sich allein zu haben. 

Hier soll ein Foto geschossen werden dort möchte ein Mistkäfer vom Weg gerettet werden bevor ein unaufmerksamer Wanderer noch auf ihn tritt. An anderer Stelle geht es eine Abkürzung hinauf, an gleicher Stelle jedoch wieder hinunter weil es eine Sackgasse war. So vergeht die Zeit wie im Fluge. Kurz nach der ersten Frage! “Wie weit ist es denn noch bis zur Hütte”? biegen wir auch schon um die letzte Kurve und erreichen unser erstes kleines Ziel mit dem Stahlhaus. 

Verpflegung brauchen wir jetzt freilich noch keine. Ein kurzer Abstecher auf die Toilette darf dann aber schon noch sein. Bei der Gelegenheit lassen es sich die Mädels nicht nehmen um sich noch fix den Hüttenstempel für das Tourenbuch abzuholen. 

Kleiner Unfall große Schmerzen

Die Rucksäcke sind geschultert da kann es auch schon weitergehen. Ab jetzt haben wir nur noch einen ziemlich langen Abstieg durch den Klausbachgraben vor uns. Wir quatschen gerade noch wie schön es ist und wie viel Spaß es hier doch macht, da passiert es auch schon! Ein kleiner Unfall mit großen Schmerzen.

Kind 2.0 kam ins Stolpern, hat noch versucht sich zu halten und ist voll aufs eh schon lädierte Knie gestürzt. Das tat weh, alleine schon beim zusehen. Nach einer kleinen Verschnaufpause am Königsbachbach oberhalb des Schneibsteinhauses und aufmunternden Worten von Omi ging es dann zumindest langsam wieder weiter.

Mit Spiel, Spaß und Kuchen den Berg hinab durchs Königsbachtal

Besonders weit sind wir noch nicht gekommen. Deshalb geht’s jetzt mit neuem Elan voran. Hier im oberen Teil unseres Weges genießen wir die neue Perspektive auf den Jenner, den wir doch sonst nur von der anderer Seite betrachten. Etwas weiter unten sehen wir die ersten Überbleibsel der schlimmen Regenfälle vor einer Woche. Die im Landkreis nicht nur die Bob und Rodelbahn zerstört, sondern auch einigen Wegen im Nationalpark Berchtesgaden übel mitgespielt haben.

Das angeschlagene Knie ist nun auch wieder voll und ganz belastbar. So schaffen Kind 2.0 und ich es auch, Oma mit Kind 1.0 in einem kurzen Sprint zu überholen. Die Stimmung ist gut! Wir schauen links wie rechts in die saftig grünen Wiesen auf der die Kühe gemütlich in der Sonne liegen und sehnen uns der Königsbachalm entgegen.

Dann ist es geschafft! Ein Tisch für uns ist noch frei und als dann jeder sein Radler oder kühle Limo neben dem leckeren Kuchen stehen hat kann es in dem Moment doch keinen schöneren Platz geben.

Der lange Weg zurück zum Parkplatz

Frisch gestärkt machen wir uns auf die letzte Etappe. Die vielen E-Bikemountainbiker*innen schwingen sich auch auf ihre Sattel, einige werden noch an uns vorbeisausen. Uns macht das nichts wir haben gute Laune und erfrischen uns noch ein letztes Mal im Königsbach. Jetzt heißt es Abschied nehmen vom kühlen Nass. Ab hier trennt sich der Wanderweg vom Bachlauf, der später in den bekannten Königsbachfall in Richtung Königssee hinabrauscht. Mit einigen Wanderern, die wir vorhin an der Alm neben uns gesehen haben wechseln wir uns im Abstieg immer wieder ab.

Hier eine Aussichtsstelle dort eine kurze Käferrettungsaktion und dann haben wir es geschafft. Die Mädels hatten jede Menge Spaß mit der Oma, die ja sonst soweit weg wohnt, durch die Berge zu Wandern. Eins steht fest! Das Tourenbuch ist um eine Attraktion reicher geworden aber bei der nächsten Familienwanderung im Königsbachtal muß die Mama auch wieder mit.

Mittlerweile schweben die Gondeln der Jennerseilbahn wieder über uns hinweg. Wir stehen am Parkplatz, sind erledigt, glücklich und die Beine freuen sich jetzt auf ein kühles Bad im Kneippbecken in der Schönau.

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Nützliche Links zur Familienwanderung im Königsbachtal

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... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

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