Das Thermometer zeigt 34 Grad, erbarmungslos knallt die Sonne auf das Berchtesgadener Land. Jetzt wäre etwas mit Schatten und Wasser genau das Richtige. Also nichts wie in die Ramsau und hinein in den Zauberwald.

Gesagt getan fix noch die Schuhe angezogen und ab ins Auto, denn heuer haben wir unser Basislager in der Schönau am Königssee aufgeschlagen. Kurvenreich geht es über Engedey an der Wimbachbrücke (soll ich nachher vielleicht noch zum Hocheck laufen?) vorbei, direkt hinein in die Ramsau und somit zu Deutschlands erstem Bergsteigerdorf. Hier lässt es sich nicht vermeiden an einem der bekanntesten Foto Hotspots im Berchtesgadener Land vorbeizukommen.

Falscher Film

Total verrückt! Ich glaube ich sehe nicht richtig. An der Brücke stellen sich die Leute in einer Reihe auf und versuchen ihr perfektes Erinnerungsbild zu schießen. Skurrile Szene. Als ich vor 17 Jahren für einige Stunden oben an der Kirche stand war an sowas noch nicht zu denken. Klar das Foto hat schon was aber ob das in diesem Ausmaß sein muß? Ich weiß es nicht.

Los geht’s

Nun gut wir lassen das Dorf hinter uns und biegen zwei drei Kurven später hinunter zum Parkplatz am Wirtshaus im Zauberwald.

Ramsauer Ache im Zauberwald

Da hören wir es schon. Das Plätschern der Ramsauer Ache, die sich ihren Weg vom Hintersee nach unten bahnt. Herrlich, hier bieten die hohen Bäume einiges an Schatten und komischerweise sind kaum Leute unterwegs. Wir packen unsere Sachen und marschieren den breiten Forstweg hinauf.

Durch den Zauberwald

Nach einigen Metern kommen wir an dem kleinen Wasserrad vorbei und halten kurz für die kleine Nichte, die sich an dem drehenden Holz, kleinen Figuren und spritzenden Wasser erfreut. Weiter geht es ein kurzen Stück den Weg hinauf. Den ersten kleinen, teilweise verwunschen wirkenden Pfade kann ich noch widerstehen aber dann packt es mich. Da muß ich einfach lang.

Wer sagt denn das solche Wege nur für Kinder sind ich finde die schmalen Gassen und engen Passagen zwischen den riesigen mit Moos bewachsenen Felsblöcken mindestens genauso spannend.

Bergsturz mit positiven Folgen

Zu verdanken haben wir dieses schöne fleckchen Erde einem enormen Felssturz der vor 3500 – 4000 Jahren vom Hochkalter aus abgegangen ist und dabei 15 Millionen Kubikmeter Geröll in diese zauberhafte Gegend verteilt hat. Denn ohne den Bergsturz würde es so bestimmt nicht aussehen und den Hintersee würde man in der Ramsau vergeblich suchen.

Die Ramsauer Ache bahnt sich ihren Weg durch den Zauberwald
Alpenblume im Zauberwald

Nasse Füße quasi vorprogrammiert

Gut das der Zauberwald nun so aussieht wie er eben aussieht. An manchen Stellen finden sich schöne kleine Bachbetten in denen man prima die müden Knochen ins Wasser strecken kann.

Mir ist gerade nicht so nach Wasser, ich springe lieber von Felsblock zu Felsblock, ja war klar das es doch passiert.

Ungewollter Badetag!

Bei dem heißen Wetter ist das eine willkommene, wenn auch ungewollte, Abkühlung.

Wir nutzen die Stelle und machen eine kurze Rast. Meine Nichte will auch ins Wasser hat dann nach den ersten Berührungen mit dem kalten Fluss doch nicht mehr ganz so viel Lust. Wir stiefeln weiter an tollen Bäumen vorbei die sich in der Felsenwelt hier unten ihren ganz besonderen Platz gesichert haben.

Glasklares Wasser im Zauberwald

Raus aus dem Zauberwald und rein in den Hintersee

Ich bin schon wieder dabei die spannenden Seitengassen zu durchspringen und komme nach den letzten Stufen im Zauberwald schließlich am Hintersee raus.

Der glasklare Hintersee an der Seeklause

Hier kurz vor dem Parkplatz Seeklause gibt es noch einen kleinen Kiosk der jetzt leider schon geschlossen hat. Das Radler muß also warten.

Stattdessen geht es jetzt in das türkis schimmernde klare Wasser im Hintersee.

Blick hinauf zum Hochkalter von der Seeklause aus.
Blick hinauf zum Hochkalter von der Seeklause aus.

Zurück durch die Ramsau

Wir machen uns auf den Rückweg und kommen natürlich auch wieder an besagtem Foto-Hotspot in der Ramsau vorbei. Jetzt spiegelt sich hier ein ganz anderes Bild wieder. Es ist kein Mensch auf der Brücke, noch nicht einmal auf dem Weg dorthin. Die Kirche steht ganz für sich alleine da wie schon vor 17 Jahren. Wie schön es doch hier ist und ja vielleicht komme ich auch demnächst zurück zur Brücke und mache „mein“ Bild von der Kirche in der Ramsau.

Einige Tipps

  • Der Weg ist NICHT Kinderwagen Geeignet. Nicht das es euch ähnlich wie meinem Schwager ergeht und ihr den Wagen im letzten Drittel quer durch den Zauberwald bis hoch zum Hintersee tragen müsst. Die Blicke der entgegenkommenden sind es aber fast doch wert 🙂
  • Wer jetzt noch die Umrundung des Hintersee in Angriff nehmen möchte kann das auf dem Prinzregent Luitpold Weg problemlos angehen. In etwa 1 Stunde hat man es Rund um den Hintersee geschafft und kommt dabei an vielen schönen Stellen vorbei.
  • Entweder im Anschluß mit Übernachtung oder als Einzeltour hinauf zur Blaueishütte. Dort dann die Reste des gleichnamigen Gletschers begutachten oder vielleicht doch zum Hochkalter aufsteigen?

Wenn Du in Zukunft den neusten Bericht nicht mehr verpassen möchtest, dann folge mir doch auf Twitter, Facebook und Instagramdort poste ich auch regelmäßig News, Bilder und Videos von meinen Wanderungen, Testberichten, Reisen und sonstigen Erlebnissen im Outdoorbereich.

Author

... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

Schreibe einen Kommentar