Nach meinem ersten Bodenkontakt mit diesem wundervollen Fleckchen Erde war klar das ich wieder hin muss. Die Planungen liefen erst schleppend an aber irgendwann war klar, der Familienurlaub ins Eisacktal steht an. Es geht also zurück, zurück nach Südtirol.

R

ing, Ring? 3 Uhr in der Früh der Wecker schrillt erbarmungslos. Wir rollen uns aus dem Bett. Der Wagen ist bereits gepackt, schnell fertig machen, die Kinder ins Auto geworfen und ab auf die A3 gen Süden. Denn heute geht’s endlich wieder nach Südtirol! yippie.

Ach was freuen wir uns. Aber jetzt heißt es erst einmal die lange Anfahrt hinter sich zu bringen. Über eine Autofahrt zu schreiben ist im allgemeinen eher langweilig von daher halte ich mich kurz.

Nach „überschaubaren“ 10 Stunden Asphalt, mit wilden Umfahrungen von Mautstraßen und kurzweilig auch nicht Umfahrungen natürlich ohne Vignette ;-), kamen wir dann doch endlich in Brixen bzw. Afers, was etwas oberhalb von Brixen liegt, an.

Familienurlaub im Eisacktal
Nein es ist nicht der El Capitan im Yosemity 😉 Das ist der Peitlerkofel im Eisacktal.

Ein kurzer Abstecher nach Brixen

Ausgehungert und nun keine Lust mehr aufs Autofahren fielen wir in Brixen über die erste Pizzeria her. Nach der leckeren Stärkung konnten wir sogar die Kids für einen kurzen Stadtbummel begeistern. Die Aussicht auf ein Eis half dabei natürlich enorm ;-). So schlenderten wir noch ein wenig durch die Stadt, kauften etwas ein und anschließend ging es erst mal in die Ferienwohnung nach Avers. Einige weitere Besuche in diese schicke Stadt sollten noch folgen.

Sightseeing, Kultur, Museen und Reinhold Messner

Brixen – immer wieder Brixen

Wie eben angekündigt, sind wir in Brixen das ein oder andere mal eingefallen. Klar, wer wie wir eine Ferienwohnung hat muss auch mal einen Großeinkauf starten. Das geht in einer größeren Stadt natürlich besser als im Dorfladen (der sowieso erst im Nachbardorf ist).

Aber wir sind ja nicht zum Einkaufen nach Südtirol gefahren. Wir wollen was erleben, na gut einen Stadtbummel kann man auch „mal“ einschieben. Bei den tollen Läden und Boutiquen lohnt sich das auch richtig.

Nur ist so ein Stadtbummel natürlich nix für die Kids (und mich ;-)) und an jeder Ecke ein Eis kaufen ist vielleicht auf Dauer auch nicht unbedingt das Beste.

Also gehen wir jetzt ins Schwimmbad.

Spaßbad Acquarena

Sommertage in Brixen können extrem heiß werden, da ist eine Abkühlung genau das Richtige. Ich bin weiß Gott kein Wassermensch aber der Familie zu liebe gehe ich natürlich mit ins Schwimmbad. Das Spaßbad Acquarena ist super Familienfreundlich, der Kinderbereich ein Traum (nicht nur für die Kleinen) und einfach rundum gemütlich mit dem Blick auf die umliegenden Berge.

Brixen Card

Bevor ich jetzt noch weiter über Brixen erzähle muss ich euch von der Brixen Card erzählen.
Wenn ich von einer Gästekarte schreibe muss mich diese schon schwer flashen und das hat die Brixen Card tatsächlich.

Familienurlaub im Eisacktal

Bus und Bahn sind mit Ihr frei nutzbar. Das Auto kann also stehen bleiben. So hat man auch keine Probleme am Schwimmbad oder an einer der vielen Seilbahnen einen Parkplatz zu finden.

Das Beste daran ist aber das einige Seilbahnen, besagtes Schwimmbad und zum Teil auch Museen wie die Messner Mountain Museen frei sind.

Nachtleben und Kultur

Irgendwie haben wir es ohne es zu wissen unseren Urlaub genau so gelegt das in der Stadt immer was los war. Wenn ich so genauer drüber nachdenke war es wohl eher ein Zufall.

Die Leute sind hier irgendwie anders, eben total entspannt.

Aber gut, so kamen wir u.a. in den Genuß dem bunten Treiben bei den Brixner Sommeremotionen in der Altstadt beizuwohnen. Genauer heißt das, Musik und lecker Essen an jeder Straßenecke und für jeden Geschmack.

Stühle, Bänke und Kisten wurden von den Gastronomen raus gestellt wo es eben ging. Wir haben immer einen Platz gefunden, sensationell kann ich nur sagen. Vergleichbares habe ich bei uns in Deutschland bisher noch nicht gesehen. Die Leute sind hier irgendwie anders, eben total entspannt.

Bozen – oder eine der heißesten Städte Italiens

Also um es gleich vorwegzunehmen Bozen ist wunderschön aber wenn mir vor unserem Besuch jemand gesagt hätte das Bozen eine der wärmsten Städte Italiens ist wäre ich an diesem Tag vielleicht nicht unbedingt dorthin gefahren.

Familienurlaub im Eisacktal

Bei geschmeidigen 37° dauerte es nicht lange und mein hellgraues T-Shirt verzeichnete um den Rucksack auf meinen Schultern seltsam dunkle Streifen und Placken.

Mit teilweise ziemlich roten Köpfen streiften wir durch die schönen engen Gassen von Bozen. Um uns hin und wieder etwas abzukühlen nutzen wir die Gelegenheit um die herrlich klimatisierten Geschäfte auch mal von innen zu betrachten .

Wir schlenderten über den Obstmarkt und kamen sogar beim zweit bekanntesten Mann Südtirols dem Ötzi vorbei. Angesehen haben wir uns ihn allerdings nicht. Die Warteschlange hielt uns davon ab. Außerdem haben wir noch ein Date mit unseren Freunden geplant. Also gingen wir gemütlich zurück zum Waltherplatz und verkürzten die Wartezeit mit einem riesen Eisbecher.

Unsere 4 köpfige Reisegruppe wuchs jetzt auf 8 an. Da es aber nun fast nicht mehr auszuhalten war, berieten wir uns kurz und entschieden dann auf den Ritten zu fahren. Dort ging tatsächlich ein bisschen mehr Luft und die Kids fanden es deutlich interessanter mit der Schmalspurbahn zu fahren und die Erdpyramiden zu bewundern.

Bozen, ich muss ja zugeben wir hatten einen nicht wirklich tollen Start aber das was ich bereits von dir gesehen habe macht Lust auf mehr und ich war bestimmt nicht das letzte Mal bei dir. Nur nächstes Mal darf es ein paar Grad kühler sein 😉

Das war mit dabei in Südtriol

Berge wohin man auch schaut

Wandern mit Kids in den Dolomiten

Um es direkt mal vorweg zu nehmen. Südtirol ist mega kinderfreundlich, das hat mich schon schwer beeindruckt. An gefühlt jeder zweiten Hütte hast du was für die Kids dabei. Von Kinderspielplätzen, Fernrohre, Tiere, Baumstämmen oder Felsen zum kraxeln und und und ich könnte noch so einiges aufzählen.

Von der Plose aus hat man eine klasse Sicht auf die Aferer Geisler und die Geislerspitzen.

Ja klar man braucht es nicht aber es ist schön wenn man es hat. So werden die Zustiege mit der Aussicht auf eine kleine Attraktion doch auch für die kleinen Zweibeiner etwas einfacher und machen Spaß. Natürlich hält auch das nicht unbedingt die Motivation der Kids über die ganze Wanderung hoch, da gibt es andere Möglichkeiten.

Plose

Wenn man schon halb auf Ihr wohnt ist es natürlich nahe liegend dass man die Plose auch zum Wandern nutzt. Für Groß, aber vor allem auch für die kleinen Wanderer wird hier einiges geboten.

Woodywalk

Unsere erste Tour auf der Plose war der Woodywalk. Hier haben sich die Wegebauer einiges einfallen lassen.
Was ist an dem Weg denn nun so besonders?

Alle paar hundert Meter gibt es kleine Stationen. Abenteuerrutschen, eine Riesenschlange aus Holz zum Balancieren, ein See mit Kuhglockenspiel, Waldtelefon, ein See mit Floss, Kneipbecken und und und…… Wem es hier langweilig wird, dem ist dann glaube ich schwer zu helfen.

Zumal am Ende des Weges noch die Roßalm liegt und zu Speiß und Trank einlädt. Wenn man das denn möchte, denn die Almwiesen laden eigentlich überall zu einem Picknick mit Traumkulisse ein.

Auf der Plose haben wir uns nach dem Einlaufen natürlich noch weiter ausgetobt. Auf einem schmalen Weg der durch Latschen, über teilweise felsigen Untergrund führt, stolzierten wir natürlich (wie fast über den gesamten Aufenthalt) wieder bei traumhaften Wetter von der Bergbahn aus zur Ochsenalm.

Recht einfach zu finden auf dem Weg Nr. 30 bleiben und bis zur Alm den Brixner Höhenweg genießen. An der Hütte selbst gibt es ein paar Spielgelegenheiten für die Kids und der obligatorische Hüttenstempel kann freilich auch wieder eingesammelt werden.

Auf zur Plosehütte

Die Plosehütte stand auch noch auf unserem Plan. Vom eigentlichen Weg her bestimmt der Unattraktivste am Berg, da man in weiten Teilen auf der eigentlichen Skipiste rumläuft. Der Anfang ist aber recht nett. Von der Bergstation aus sind wir nun fürs Erste auf dem Weg Nr.3 unterwegs.

Hier geht’s gleich zapfig den Berg hinauf. Mit einigen Zwischenverfolgungsjagden, Engelchen flieg und rumtollen kommen wir aber ganz gut voran und machen dem ersten steilen Stück eine kurze Trinkpause. Die Aussicht ist wieder einmal fabelhaft. Nach und nach gewinnen wir über den Skipistenteil an Höhe, knapp 2 1/2 Stunden sind wir dann auch an der Plosehütte.

Würzjoch

Ja das Würzjoch ist etwas überlaufen aber an den Tagen an denen wir oben waren hielt es sich doch einigermaßen in Grenzen. Ok, beim ersten Besuch sind wir bereits um 07:00 Uhr gestartet, da war es recht leer. Später jedoch wurde es echt voll. Wer zudem auf den Peitlerkofel oder drum herum möchte ist ebenfalls gut beraten früh los zu gehen, sonst tummelt man sich mit den Anderen wie auf einem Ameisenhaufen.

Unterhalb der Aferer Geisler – Auf dem Weg hoch zum Würzjoch.

Bei unserem zweiten Besuch war es komischerweise erstaunlich leer. Auch die Almen hatten wenig Gäste, so konnte man entspannt durch die Latschenwälder laufen und war nicht gezwungen ständig Platz für entgegenkommende Wanderer zu machen. Dort oben hat es den Kids super gefallen. Wir sind über viele kleine Pfade zwischen riesigen Felsen hindurch, dort gibt es super Verstecke und der Klettergarten sieht auch sehr verlockend aus.

Nach so einer Versteckspieltour freuten wir uns alle dann auch über eine leckere Abkühlung auf der Hütte. Nachdem die Mädels wieder erfrischt waren ging es auf die Spielplätze, die es hier heroben auch an gefühlt jeder Hütte gibt. Da hat man wieder gesehen das die Südtiroler immer an die Bambinis denken.

Zurück auf dem Kronplatz

Wir verlassen heute bei recht durchwachsenem Wetter unser Feriendomizil und machen uns auf dem Weg ins Pustertal. Ein Museumsbesuch in Reinhold Messners letztem Streich steht auf dem Programm.

  • Eintritt ins Museum: 09,00 €
  • Berg & Talfahrt für Erwachsene: 18,00 €
  • Berg & Talfahrt für Kinder unter 8 Jahren: Gratis

Vor zwei Jahren sah der Rohbau schon Mega spannend aus. Lässt man die Frage nach den nötigen Naturumgestaltungsmaßnahmen mal links liegen ist das Messner Mountain Museum Corones ein absoluter Hingucker.

Zitat: © Reinhold Messner aus dem Messner Mountain Museum.

Wer sich für die Geschichte des Bergsteigens interessiert wird hier ohne große Mühe einige Stunden verbringen können. Wer sich weniger mit dem Museum beschäftigen will, sollte vor allem sein Blick weg von den Seilen der Bergbahnen richten und sich lieber dem grandiosen Bergpanorama widmen.

Bergsteigen am Peitlerkofel

Das erste Mal live und in voller Pracht habe ich ihn erst auf der Terrasse unserer Ferienwohnung in Afers entdeckt. Da dachte ich nur wow was für ein mega toller Berg. Obwohl ich von der Anfahrt und dem Anblick der Geislerspitzen noch ziemlich geflasht war, hat es mir der Peitlerkofel fast genauso angetan. Da musste ich einfach hoch.

Der Peitlerkofel in der Abendsonne.

Wie die Bergtour auf und um den Peitlerkofel war könnt Ihr im Tourenbericht nachlesen.

Das war alles mit am Peitlerkofel

Ich sitze tatsächlich auf einem E-Bike

Eigentlich fahre ich unheimlich gerne Mountainbike und war früher recht häufig unterwegs. Die letzten Jahre wurde es etwas weniger aber der Hype um die E-Bikes ist selbstverständlich auch an mir nicht vorbeigegangen. Jetzt wollte ich doch auch mal so ein Gefährt ausprobieren, von denen die Einen in den höchsten Tönen schwärmen und die Anderen nur mit den Augen rollen können.Familienurlaub im EisacktalAlso ging es für uns natürlich wieder auf die Plose. In der Bergstation fix die Bikes geliehen, einweisen lassen und losgefahren. Stop!…mit leerem Akku ist das Ding brutal schwerfällig. Akku getauscht, weiter geht’s.

Ich bin positiv überrascht, es macht Laune die verschiedenen Unterstützungsstufen durchzutesten. Beim überholen von nicht E-Bikern habe ich aber stets so ein komisches Gefühl. Wir ziehen spielerisch und ohne großen Kraftaufwand unsere Spuren, fahren mal hier entlang, mal da entlang. Verfahren uns, landen in sumpf ähnlichen Almwiesen und kehren mit teils klatschnassen Füßen zurück auf den eigentlichen Weg.

Auf sehr schmalen Trails habe ich mich auch versucht. Hier muß ich allerdings sagen, dass ich mit dem großen Gewicht des Rads dann nicht so viel Spaß hatte.

Der Tag im ganzen war super, es hat mega Laune gemacht und wir sind abends müde und geschafft ins Bett gefallen.Familienurlaub im Eisacktal

Mein Fazit nach der ersten Tour

Ja…. E-Bike fahren kann begeistern ich weiß jetzt warum so viele Leute damit rumheizen aber man darf es nicht mit „normalem“ Mountainbiken vergleichen. Ich bleibe vorerst dann doch lieber bei meinem reinen Zweibeinantrieb und nehme mir fest vor mein Rad wieder regelmäßiger aus dem Schuppen zu holen.

3 Gipfel Trailrun auf der Plose

Irgendwann geht natürlich auch der schönste Urlaub einmal zu Ende doch bevor es soweit ist wollte ich die ganze Zeit über schon ein paar Gipfel auf der Plose bei einer Tour aneinanderreihen.

Selbst mit viel Überredungskünste waren die Euphoriesprünge meiner Family allerdings eher verhalten.
Was nun? Ich wollte das schon sehr gerne noch irgendwie gemacht haben aber möglichst wenig Zeit dafür in Anspruch nehmen. Nach einem kurzen Brainstorming war klar, ein Trailrun am Abend musste her.

Wie der  3 Gipfel Trailrun auf der Plose war erfahrt ihr hier.

Schluss, Aus! Es geht wieder heim!

Und so endet ein mega genialer Familienurlaub im Eisacktal! Natürlich sehr schade, denn es gibt noch soooooo viel zu entdecken. Eines ist aber auch diesmal wieder so was von klar.

Südtirol ich komme wieder!

 

Welche Ecken in Südtirol haben euch denn total vom Hocker gerissen, Was könnt ihr empfehlen?
Schreibt es einfach in die Kommentare – Ich bin gespannt.

Noch ein paar nützliche Links

 

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Author

... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

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