Zuletzt aktualisiert am 10. Juni 2020

Heute wollen wir nach Österreich oder doch lieber in Deutschland bleiben? Eigentlich ist es auch total egal, warum machen wir nicht einfach beides! Gesagt getan. Auf zum Purtschellerhaus! Das liegt mit seinen 1692 Meter über dem Meer nicht nur hoch, sondern auch ziemlich genau auf der Grenze zwischen Österreich und Deutschland.

Von Berchtesgaden aus geht es auf den Obersalzberg um schließlich an der Klaushöhe auf die Purtschellerstraße abzubiegen. Kurz vor der Schranke halten wir an um ein Ticket für die mautpflichtige Strecke zu ziehen. Für einen normalen PKW werden hier 8,50 € verlangt. Mit gezogenem Ticket zurück ins Auto und hinauf bei gemütlicher Fahrt mit einer grandiosen Aussicht auf das Berchtesgadener Land, den Hohen Göll und nach einigen Kehren können wir auch unser heutiges Ziel das Purtschellerhaus erspähen. 

Kurz darauf parken wir unterhalb der Gaststätte Ahornkaser und steigen aus. Da das Wetter heute alles andere als freundlich wirkt nehmen wir unsere Jacken vorsichtshalber mit. Nun kann es losgehen. Wir queren noch fix die Straße und steigen über einen breiten Forstweg für einige hundert Meter in den Eckersattel hinab. Bereits hier haben wir das Purtschellerhaus hoch oben gut im Blick.

Vom Ahornkaser zum Purtschellerhaus

Teilweise wolkenverhangen schauen wir hinüber zu Schönbachkopf und Hinterem Feieck , der noch einiges an Schnee in seinen Hängen liegen hat. Zwischen den Schneeresten erkennen wir sogar noch ein letzten kümmerlichen Gletscherrest, der wohl in den nächsten Jahren vollends verschwunden sein wird. 

Unten in Eckersattel bleiben wir am Schilderbaum stehen und überlegen wie wir zum Purtschellerhaus aufsteigen wollen. Rechts herum kommt es uns auf dem “Deutschem Weg” brutal steil vor.

Salzburgersteig

Daher entscheiden wir uns für den  “Salzburgersteig” links herum. Von der Gehzeit unterscheiden sich die Wege sowieso nicht. 

Bereits nach wenigen Metern finden wir dass sich unsere Variante gelohnt hat. Gemütlich wandern wir über einen schmalen Steig den Berg hinauf. Queren ein Geröllfeld, haben einen fantastischen Tiefblick hinunter nach Kuchl und Golling.

Einige kleine Almen können wir ausmachen und haben über uns thronend immer das Purtschellerhaus im Auge. Kurz nachdem Geröllfeld steigen wir weiter in Serpentinen den Berg hinauf. Die Steine und kleineren Blöcke die wir überwinden müssen sind teilweise von den Bergsteigern, die ihr bereits gegangen sind etwas speckig. Gerade wenn man Gegenverkehr hat und die Wanderer vorbei lassen möchte sollte man sich einen sicheren Stand suchen. Nach einigen kurzen Stopps um Fotos zu schießen und die herrliche Landschaft zu genießen erreichen wir nach ziemlich genau 55 Minuten den Eckerfirst auf dem das Purtschellerhaus steht. 

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Eine besondere Berghütte

Äußerlich merkt man dem Haus seine Besonderheit überhaupt nicht an. Der westliche Gebäudeteil steht nämlich in Deutschland während der östliche Teil der Hütte auf österreichischem Boden steht. Gerade zum Ende des zweiten Weltkriegs hatte die Hütte durch die die Staatsgrenze verläuft so eine besondere Bedeutung. Denn Österreichern und Deutschen war es verboten die Grenze zu passieren. Wer seine Bekannten oder Freunde zu dieser Zeit treffen wollte, konnte dies nur im Purtschellerhaus. 

Nach einer kurzen Stärkung steigen wir weiter hinauf und kommen somit am Einstieg des Schustersteigs an der Nordseite des Hohen Gölls raus. Ich wage mich noch ein paar Meter weiter. Bleibe dann aber an einem weiteren Schneefeld stehen. Mit meinen Trailrunningschuhen ist mir die Sachen ab hier zu heikel. Ich steige wieder ab.

Demnächst möchte ich dem markanten Gipfelkreuz des Hohen Gölls aber schon etwas näher kommen.

Wir genießen die Aussicht noch ein wenig, schauen hinüber zum Kehlstein wo sicher jetzt noch ein paar Bergsteiger im Mannlgrat unterwegs sind und laufen den aufgestiegenen Weg wieder zurück zum Purtschellerhaus. Die Terrasse ist jetzt bis auf einige wenige Wanderer recht leer. In den nächsten Wochen und bei besserem Wetter sieht das mit Sicherheit wieder anders aus. Wir verabschieden uns für heute von diesem herrlichen flecken Erde und entscheiden uns für den Abstieg dem Deutschem Weg zu folgen.

Abstieg über Deutschem Weg

Schöne schmale Pfade führen an üppigen Blumenwiesen vorbei durch dichten Wald. Nach ca. der Hälfte der Strecke erkennen wir warum einige entgegenkommende Wanderer und Bergsteiger so geschafft aussahen. Hier endet der ursprüngliche Weg über die Wiese hinunter in den Sattel.

Um den Hang renaturieren zu können wurde eine lange Holztreppe installiert. Und wenn ich lange schreibe meine ich auch lange. Also ran an den Abstieg. Mittendrin fällt mir ein ich hätte eigentlich die Stufen zählen können. Unten angekommen erfahren wir aber, dass es sage und schreibe 583 Stufen sind, die man sich hier hinauf quälen muss.  Von daher war unsere Entscheidung im Uhrzeigersinn aufzusteigen genau richtig.

Aus dem Sattel geht es nun wieder zurück zu unserem Parkplatz, einige Male drehen wir uns noch um und erkennen nun sogar unser Gletscherstück von vorhin absolut deutlich, da im oberen Drittel sich nun durch die Sonneneinstrahlung eine riesige Spalte aufgetan hat. 

Auch wenn es sich jetzt so anhört dass die Tour gerade durch die knappe Stunde Gehzeit eine leichte wäre, muss ich sagen dass es nur bedingt so ist. Beide Wege nach oben erfordern Trittsicherheit und auch Schwindelfreiheit. Da die Wege recht schmal sind und so eine gewisse Absturzgefahr besteht sollten Kinder schon etwas Bergerfahrung mitbringen.

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Aufstiegsmöglichkeiten zum Purtschellerhaus

  • Von Gasteig (Österreich) aus hat man eine ebenso aussichtsreiche Wanderung zum Purtschellerhaus.
    11 km bei ca. 4 Stunden im Auf und Abstieg.
  • Vom Ahornkaser zum Eckersattel hoch zum Purtschellerhaus.
    6 km (inklusive Ausflug hinter zum Einstieg Schuster Steig) bei ca. 2 Stunden.
  • Von der Enzianhütte zum Eckersattel ist der Weg zum Purtschellerhaus etwas weiter.
    Knappe 8 km sind hier dann zurückzulegen. ca. 30 Minuten länger ist der Aufstieg.

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Author

... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

2 Comments

  1. Wunder schöne Bilder die ihr da gemacht habt. Für mich ist es das Größte oben angekommen zu sein. Ich liebe den Ausblick den man von oben hat.

    • Gregor Reply

      Hey Christian,

      danke ja ab und an gelingen mir auch mal ein paar gute Bilder 😉
      Du hast Recht, oben ankommen und dann hinunter ins Tal schauen ist immer wieder ein toller Moment.

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