[Anzeige: Das Rezensionsexemplar wurde mir kostenlos zur Verfügung gestellt.]

Jeder der aktiv in den Bergen unterwegs ist kennt Sie und hofft inständig nie mit einem in Kontakt zu kommen, außer vielleicht für ein gemeinsammes Bier in der Hütte nach einem gelungenen Tag in den Bergen. Wer Ihre Nummer wählt hat ein Problem. Deswegen sind Sie da, die Bergretter.

Einige ihrer spektakulären Rettungseinsatze gibt es seit gut einem Jahr zum Nachlesen. Das Buch mit dem Titel Am Berg. Bergretter über ihre dramatischen Stunden, stammt aus dem millemari. Verlag und ob es sich lohnt überhaupt eine Seite aufzuschlagen erfahrt ihr jetzt. 

Menschen wie Du und Ich

Ich hab ja nix zu erzählen. So in etwa fängt fast jedes Gespräch an was Thomas Käsbohrer, der Autor dieses Buches mit den Bergwachtlerinnen und Bergwachtlern geführt hat. Zu erzählen haben alle etwas, für Sie gehört es allerdings zum Alltag eines Bergretters. Für uns, die in die Berge gehen sind es Szenarien, ja fast schon auch Horrorgeschichten, die wir so ganz gewiss nicht erleben wollen.

Käsbohrer spricht mit Menschen die im Arbeitsalltag unterschiedlicher nicht sein können. Da gibt es Lehrer, Schäfer, Fliesenleger, Richter oder Maurer. Eben Menschen wie Du und ich. Eine Leidenschaft bringt Sie jedoch alle zusammen. Die Liebe zu den Bergen und der Wille verunglückten Bergsportlern helfen zu wollen.

Geschichten die unter die Haut gehen

Insgesamt erzählen 33 BergwachtlerInnen dem Autor was ihre persönlichen dramatischsten Einsätze bei der Bergwacht waren. Dabei muß man sich hier immer vor Augen halten das es sich um ein Ehrenamt handelt und nicht um einen gut bezahlten Vollzeitjob.

Ihre Geschichten sind sehr unterschiedlich. Da gibt es gleich zu Beginn einen Bergsteiger der 3 Tage in einer Gletscherspalte ausharren muß, weil er nicht gefunden wird. Man fühlt mit dem Verunfallten regelrecht mit. Das bange Warten auf die Retter, die Minuten die so langsam vergehen, der Hubschrauber der wieder verschwindet bis hin zu der Frage: wird überhaupt noch nach mir gesucht und schließlich die erfolgreiche Rettung.

“Wir sind Retter. Nicht Richter.”

Das ist natürlich ein positives Beispiel, leider gibt es auch viele Rettungseinsätze die ein nicht so versöhnliches Ende nehmen. Wie etwa in der Geschichte eines Bergwachtlers mit seinem Lawinenhund, dem es bis zu Ende seiner aktiven Laufbahn nicht vergönnt war einen Menschen lebend zu bergen.

Die Bergwacht Berchtesgaden im Einsatz

Zu den Erzählungen der BergwachtlerInnen in ihrer blau/roten Einsatzkleidung gesellen sich einige Interviews über Meteorologie und zum Lawinenlagebericht. So etwas kennt man auch aus dem Buch von Karl Gabl. Hinzu kommen noch Informationen zu Smartphones und dem Kriseninterventionsdienst (kurz KID).

Das Buch macht etwas mit dem Leser

Es stimmt nachdenklich und läßt sich sein eigenes Tun hinterfragen. War ich hier und da nicht vielleicht auch zu nachlässig, stimmte die Auswahl meiner Ausrüstung? Was wäre gewesen wenn ich mir den Knöchel bei einer bestimmten Tour verdreht und ich so nicht weiter hätte absteigen können? Wie würde man selbst die Situation als Bergretter meistern?

PRO

  • Tiefer Einblick in die Arbeit der Bergretter
  • Wahre Geschichten.
  • läßt das eigene Handeln überdenken.

CONTRA

  • Keine Bilder (aber will man die wirklich sehen?)

Fazit

Das Buch Am Berg. Bergretter über ihre dramatischsten Stunden gibt bei jeder Geschichte eine Art Denksportaufgabe mit. Das liegt vor allem an der sehr eindrucksvollen Erzählweise der befragten Bergretter. Die vielfältigen Einsätze zu denen die Bergwacht gerufen wird, sei es beim Wandern, Mountainbiken, Klettern, Skifahren, Hochtourengehen oder was sonst noch, werden spannend beschrieben.

Es ist super das wir die Bergretter haben, wir sollten Sie jedoch nicht als selbstverständlich hinnehmen, auch wenn Sie selber sagen das Sie nichts besonderes leisten, denn das was die Frauen und Männer dort leisten ist alles andere als Selbstverständlich.

Am Berg.
Bergretter über ihre dramatischsten Stunden

Eine Geschichte von Ehrfurcht, Geduld und Willenskraft
280 Seiten
13,5 x 19,6 cm
millemari. Verlag
ISBN AM-BERG
EUR 24,95

Bergretter was bedeutet das eigentlich?

  • Ständige Erreichbarkeit.
  • Konditionell und technisch ausreichende Fitness.
  • Psychische Belastbarkeit.
  • Ehrenamt (d.h. unentgeltliche, freiwillige Mitarbeit)

Nützliche Links

Anmerkung: Vielen Dank an den millemari. Verlag, die mir das Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt haben, was das Fazit natürlich nicht beeinflusst hat.

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Author

... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

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