Zuletzt aktualisiert am 8. November 2026

Salomon und Trailrunning – das gehört einfach zusammen, wie Schnee und Skifahren, oder Nutella ohne Butter, ok das ist ein ganz anderes Thema. Mit dem Genesis 2 schicken die Franzosen ihren Allrounder für gemischtes und technisches Gelände in die zweite Runde. Ob er mich auf meinen Runden im schönen Taunus überzeugen kann, erfahrt ihr hier.

Wer sich auf den Trails umschaut, kommt an Salomon kaum vorbei. Gefühlt jeder Zweite an der Startlinie hat irgendein Modell der Franzosen an den Füßen oder einen Trailrucksack am Rücken – und das hat seinen Grund. Ich gebe zu, bei mir liegt das letzte richtige Salomon-Erlebnis schon einige Zeit zurück. Mit dem XA Pro 3D vornehmlich auf schnellen Wanderungen und später dem Sense Ride beim Karwendelmarsch ging es für mich auf die Trails. Umso gespannter war ich nun, wie sich der Genesis 2 schlägt, der laut Salomon vor allem eines sein soll: ein verlässlicher Begleiter für gemischte, steinige und technische Trails.

Auf einen Blick: Salomon Genesis 2

Schicker, robuster Allrounder für die Hausrunde mit genialem Quicklace – bei Dämpfung und Halt am Vorfuß ist noch Luft nach oben.

Ideal für
Trainingsläufe auf kurzen bis mittleren Distanzen, gemischtes und steiniges Gelände
Getestet
70 km, Trainingsläufe
Gewicht
281 g (Herstellerangabe) 308 g (Nachgemessen Größe 45 1/2)
Sprengung
8 mm (33,5 / 25,5 mm)
Sohle
All-Terrain Contagrip, 4 mm
Zwischensohle
optiFOAM (EVA)
Obermaterial
Matryx
Preis
150 € UVP

[Werbehinweis: Vielen Dank an meinen Kooperationspartner SALOMON, die mir den GENESIS 2 zur Verfügung gestellt haben. Die hier vorgestellten Ansichten sind meine eigenen. Der Beitrag enthält Affiliate-Links.]


Ausgepackt, in die Hand genommen und erst einmal einen Moment angeschaut. Das gestreifte Mesh springt einem direkt ins Auge – der Schuh wirkt durch die ansonsten dunklen Töne mit dem bisschen Orange alles andere als aufdringlich. Passt perfekt in den Herbst, dachte ich mir. Mit 281 Gramm laut Hersteller ist er kein Leichtgewicht, aber auch kein Klotz am Bein. Schuh an, einmal am Quicklace gezogen und los. Aber ihr wollt jetzt bestimmt vor allem wissen:

Wie läuft sich der Salomon Genesis 2 im Test

Erste Runde, wie immer: raus aus dem Haus und rein auf die Trails bei mir im heimischen Taunus. Herbst heißt Laub auf den Wegen, feuchte Wurzeln und der ein oder andere rutschige Stein – genau das richtige Terrain für einen Schuh, der sich technisches Gelände auf die Fahne geschrieben hat.

Ganz ehrlich: Mit der Dämpfung muss ich mich noch ein bisschen anfreunden. Die optiFOAM-Zwischensohle aus EVA macht ihren Job gut– echte Durchschläge von spitzen Steinen oder Wurzeln habe ich nicht gespürt. Dafür sorgt schon die solide Plattform mit 33,5 mm an der Ferse die fast jede Unebenheit ausgleicht.

Und da sind wir auch schon bei meinem größten Kritikpunkt: Die Stabilität ist in Ordnung, aber jetzt nicht weltbewegend. Ich hatte immer wieder das Gefühl, nicht stabil genug zu stehen. Vermutlich kommt das von dem ungewohnten Fersenaufbau und dem optiFOAM, den ich nicht gewohnt bin. Beim Aufkommen dürfte es für meinen Geschmack durchaus ein bisschen gedämpfter zugehen. Im Vorfuß ist mir der Genesis 2 irgendwie zu hart, und der an sich schmal geschnittene Schuh hat hier leider zu viel Spiel. Da ist definitiv noch Luft nach oben.

Wer einen weichen, federnden Schuh sucht, wird mit dem Genesis 2 aber bestimmt glücklich. Eine Rennmaschine ist er nicht, obwohl man ein direktes und straffes Laufgefühl vermittelt bekommt, was vor allem durch den guten Halt des activeCHASSIS im Bereich des Mittelfußes kommt. Mit einer UVP von 150 Euro ist er vielleicht einen Tick zu teuer, aber jetzt in der Zeit von Black-Friday-Angeboten kann man einen guten Schuh ergattern.

Größe und Passform

Getestet habe ich den Genesis 2 in Größe 45 1/2. Gerade in technischen Passagen, bergab und bei schnellen Richtungswechseln spürt man den straffen Sitz am Mittelfuß. Die breitere Mittelsohle, die Salomon dem Genesis 2 spendiert hat, gibt zudem Komfort, ohne dass man im Schuh das Schwimmen anfängt. Wobei das im Vorfuß, wie gesagt, nicht optimal ist. Das wird beim großen Bruder, dem Genesis S/LAB 2, allerdings deutlich besser gelöst. Dafür ist dieser aber auch in einer anderen Preisklasse unterwegs.

Ein echtes Highlight dagegen: das salomontypische Quicklace. Einmal am Zipper gezogen, die Schnürung in der Lasche an der Zunge verstaut – fertig. Kein Doppelknoten (wobei die Schnüre sehr lang sind), kein Nachbinden unterwegs, keine Schlaufen, die sich an Ästen verfangen. Und nachdem ich in meinen letzten Tests immer wieder über fehlende Schnürsenkeltaschen gemeckert habe, darf ich das hier ruhig einmal loben.

Design

Optisch hat Salomon beim Genesis 2 für mich einiges richtig gemacht. Das gestreifte Obermaterial, bestehend aus robustem und atmungsaktivem Matryx®-Gewebe, holt mich irgendwie ab. Kombiniert mit den ansonsten dunklen Farbtönen passt der Schuh perfekt in die Jahreszeit: braunes Laub, nasse Wurzeln und goldenes Licht im Wald. Herbst eben.

Wem es etwas bunter sein darf: Salomon bietet den Genesis 2 in insgesamt sechs Farbvarianten an. Die übrigen Kombinationen sind deutlich kräftiger, aber nicht weniger ansprechend – da dürfte wirklich für jeden Geschmack etwas dabei sein. Die Zehenkappe ist robust ausgeführt und schützt zuverlässig, wenn man mal einen Stein oder eine Wurzel mitnimmt.

Grip

Mittlerweile bin ich mit dem Salomon Genesis 2 an die 100 km gelaufen – Trainingsläufe mit einigen Höhenmetern.

Unter dem Schuh arbeitet Salomons All-Terrain Contagrip mit 4 mm tiefen Stollen. Kein Matsch-Monster wie ein Speedcross, sondern ein Allrounder, der auf Waldboden, Schotter, Fels und auch mal auf einem Stück Asphalt eine gute Figur abgeben soll. Und gerade jetzt im Herbst, mit nassem Laub auf feuchten Wurzeln, ist das die eigentliche Nagelprobe.

Die Contagrip-Sohle macht hier genau das, was sie soll, und das macht Salomon ja schon seit Jahren gut, wenn es ums Thema Traktion geht. Die entgegenlaufenden dreieckigen Stollen der Sohle graben sich in den weichen Boden und geben so genug Vortrieb; auch auf felsigem Untergrund ist sie ein treuer Begleiter. Ich fühlte mich stets sicher aufgehoben, auch wenn es mal ein bisschen rutschiger wird.

FAQ-Box zum Salomon Genesis 2

Für welche Distanzen ist der Salomon Genesis 2 am besten geeignet?

Der Genesis 2 ist ein solider Trailschuh für kurze bis mittlere Distanzen und die klassische Feierabendrunde. Durch die eher straffe Dämpfung im Vorfuß würde ich für die ganz langen Kanten aber zu einem Schuh mit durchgehend guten Polster greifen.

Wie fällt die Passform aus und welche Größe soll ich nehmen?

Der Genesis 2 fällt größengerecht aus, im Test passte meine gewohnte Laufschuhgröße (45 1/2). Am Vorfuß ist er allerdings eher großzügig geformt – wer einen schmalen Fuß hat, sollte den Schuh vorher unbedingt anprobieren.

Bietet die Sohle auch im Matsch genug Halt?

Die All-Terrain Contagrip Sohle mit 4 mm Stollen ist ein absoluter Allrounder für Waldboden, Wurzeln, Steine und Schotter. Leichter Matsch ist kein Problem. Für tiefen Dauerschlamm ist der Speedcross aus gleichem Hause aber vermutlich die bessere Wahl.

Was ist der Unterschied zum Salomon S/LAB Genesis 2?

Der S/LAB Genesis 2 ist die Wettkampfversion: Mit 272 g etwas leichter, mit 6 mm statt 8 mm Sprengung und minimal tieferen Stollen (4,5 mm). Dafür liegt er mit 200 Euro UVP auch deutlich über dem Genesis 2 mit 150 Euro. Aber der Aufpreis lohnt sich.

Fazit zum Salomon Genesis 2

Wie sieht denn jetzt mein Gesamteindruck vom Genesis 2 aus? Ehrlicherweise etwas gemischt – aber mit klarer Tendenz ins Positive.

Salomon liefert hier einen soliden Allrounder für den Trainingsalltag ab: ohne Schnickschnack, robust und mit Quicklace. Bei der Dämpfung im Vorfuß und beim Halt im Schuh gibt es aber noch Luft nach oben. Wer einen weichen Schuh für lange Distanzen sucht oder einen eher schmalen Fuß hat, sollte ihn vorher unbedingt anprobieren. Wer dagegen einen verlässlichen Begleiter für die Hausrunde sucht, macht mit dem Genesis 2 wenig falsch.

Für mich ist der Genesis 2 ein unkomplizierter Trailrunningschuh – und spätestens im Herbstwald einer der schicksten in meinem Schuhregal.

Testergebnis

Salomon Genesis 2
  • Passform 7 von 10
  • Verarbeitung 8 von 10
  • Schnürung 9 von 10
  • Stabilität 6 von 10
  • Design 8 von 10
  • Grip 7 von 10
  • Spaßfaktor 6 von 10

Pro

  • Salomontypisches Quicklace – schnell, zuverlässig und mit Lasche zum Verstauen
  • Gelungenes Design mit buntem MATRYX-Mesh
  • Guter Schutz vor Steinen und Wurzeln

Contra

  • Dämpfung beim Aufkommen etwas zu straff
  • Vorfuß „schwimmt“ etwas im Schuh – Halt könnte besser sein
Gesamtnote7,3von 10

Soll es doch ein anderer Schuh sein?

Wer noch nicht ganz überzeugt ist, sollte auch gerne einen Blick auf meinen Blogbeitrag werfen, der zeigt,

welche Lieblingsschuhe andere Trailrunnerinnen und Trailrunner auf ihren Touren begleiten.

Wir sehen uns auf den Trails!

Anmerkung: Der Schuh wurde mir im Zuge einer Kooperation von SALOMON gestellt. Das Fazit bleibt davon natürlich unbeeinflusst.


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Author

… liebt die Berge. Was mit Wandern, Bergsteigen und Skitouren begann, ist heute vor allem Trailrunning: auf den Hausrunden im Taunus, in den Berchtesgadener Alpen und bei Rennen wie dem UTFS oder dem Trail de Alsace.

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