Bergtouren sind schon was feines wären da nicht immer diese Planung im Vorfeld. Was packe ich ein, habe ich was vergessen? Ihr kennt das, aber manchmal geht es auch total spontan.

Denn so war es letzte Woche bei Flo von boulderniete.com und mir. Mit Berchtesgaden hatten wir zumindest schon mal das gleiche Urlaubsdomizil. Flo war mit seiner Familie in Bischofswiesen und ich mit Meiner in der Schönau am Königssee. Zwei WhatsApp Nachrichten und einen Anruf später war unser Ziel klar. Für eine Skitour konnten wir uns beide nicht vollends begeistern, zumal die Bedingungen auch nicht so ideal waren.

Aussichtsgipfel in sternenklarer Nacht

Also musste eine Bergtour her. Nach kurzem Rätseln war klar wir gehen auf den Rauhen Kopf.

Ich selbst war schon einige Male da oben, allerdings lag das nun ein paar Jahre zurück und im Winter hatte ich bisher noch nicht das Vergnügen oben am Gipfel zu stehen. Flo hingegen kennt die Strecke in und auswendig, was bei der Wegfindung auch von Vorteil war.

Gegen kurz nach halb neun biege ich auf den Parkplatz oberhalb der Kastensteinerwand ein. Zwar 10 Minuten zu spät aber wir haben uns gefunden. Nach kurzer Begrüßung und Rucksack auf den Rücken werfen stiefelten wir auch schon los.

Gute Wegmarkierung am Beginn der Tour zum Rauhen Kopf
An der Kastensteinerwand starten wir zum Rauhen Kopf

Der Mond heute Nacht scheint unglaublich hell und gibt uns so die Möglichkeit unsere Stirnlampen vorerst auszulassen. Ist für die ersten Meter durch den Wald auch durchaus von Vorteil, denn so sehen wir nicht durch welche schlammigen Wege wir uns bewegen. Hinaufstapfend sind wir gut gelaunt und unterhalten uns über Gott und die Welt.

Weiter im Schnee

Glücklicherweise wird unser glitschiger Untergrund mit jedem Höhenmeter den wir zurücklegen kompakter. Als wir für ein kurzes Stück auf den Forstweg stoßen, laufen wir bereits auf einer geschlossenen Schneedecke. Nach dem wir das Blaue Kastl passiert haben, gehen wir knirschenden Schrittes rechts hinauf in den Wald.

Es wird dunkel. Nun ist es soweit mit eingeschalteter Stirnlampe stapfen wir weiter.

Da vor uns wohl noch niemand auf die Idee gekommen ist, bei diesen tollen Bedingungen, auf den Rauhen Kopf zu steigen, spuren wir unseren eigenen Pfad größtenteils auf der richtige Route nach oben.

Flo von Boulderniete.com im Abstieg vom Rauhen Kopf
Flo von Boulderniete.com im Abstieg vom Rauhen Kopf

Hin und wieder kommen wir ins grübeln, finden jedoch immer zurück auf den eigentlichen Weg und wühlen uns nun durch tiefen Schnee nach oben. Im Sommer ist es in diesem Abschnitt recht steil und eher felsig. Davon merken wir heute nichts. Wir erreichen schließlich den Bergeinschnittt zwischen dem Kleinen und unserem Ziel, dem Großen Rauhen Kopf.

Kurze Trinkpause.

Schön ist es hier! Diese Ruhe, der knirschende Schnee unter den Schuhen, der Lichtkegel der Stirnlampe, einfach herrlich.

volle Konzentration auf den letzten Metern

Es frischt auf. Also Jacke an und ran an den spannenden Teil. Denn von hier aus müssen wir uns bei diesen winterlichen Bedingungen richtig verdienen. Weiter steigen wir über Stellen in teilweise knietiefen Schnee, mit Felskontakt und der jetzt mit Sicherheit nicht zu unterschätzenden Schlüsselstelle an der 3-4 Meter Seilversichung. Ein letzter Aufschwung an dem ich fast gescheitert wäre und schon lassen die Schwierigkeiten nach.

Das Gelände legt sich langsam bevor wir die letzten Meter ins dunkle der Nacht aufsteigen und am heute höchsten Punkt dem Großen Rauhen Kopf angekommen sind.

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Kurzes Abklatschen Gipfelfotos und die Aussicht des 1.604 Meter hohen Berges genießen. Die leuchtenden Ortschaften liegen unter uns. In der Ferne am Jenner sehen wir die Lichter der Pistenraupen die ihre Bahnen ziehen. Weiter rechts schimmert uns natürlich auch der Watzmann im hellen Mondlicht entgegen. Ein toller Moment, hier oben so ganz allein und weit weg von allem.

runter gehts immer

Irgendwann muss der Abstieg natürlich auch in Angriff genommen werden. Also Rucksäcke aufgeschnallt und ran an den Abstieg. So Mühevoll wie wir uns den Gipfelbereich hochgekämpft hatten so unkritisch verhielt sich der Abstieg. Sogar die Kraxelei am Seil und kurz danach konnten wir schnell und sicher überwinden.

Der weitere Abstieg war dann ein Klachs. Denn jetzt hatten wir ja eh unsere Spur vom Aufstieg die uns fix zurück zum Parkplatz lotste.

Zum Schluß

Öfter mal spontan sein wie hier am Rauhen Kopf, da können die schönsten Abenteuer bei rauspringen. Den Sicherheitsaspekt darf man dabei natürlich auf keinem Fall aus den Augen verlieren.

Toureninfos zur Wanderung Rauher Kopf

Vom Parkplatz aus (ihr habt es auf dem Schild gesehen) stehen für den Aufstieg 3 Stunden geschrieben.
Fitte Wanderer sind denke ich in gut 2 Stunden oben am Gipfel. Unterschätzen sollte man vor allem den Weg zum Gipfel nicht denn hier sind Trittsicherheit auf den speckigen Felsen und Schwindelfreiheit erforderlich.

Bei unseren Verhältnissen haben wir gute 2 Stunden für die knapp 8oo hm gebraucht.
Im Abstieg haben wir uns in 1 1/2 Stunden wieder nach unten zum Ausgangspunkt gewühlt.

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Autor

... liebt die Berge. Am liebsten verbringt er Zeit beim Wandern, Bergsteigen oder auf zwei Brettern im Schnee. Im heimischen Taunus auch gerne mit dem MTB und beim Trailrun unterwegs.

3 Comments

  1. Mensch, Ihr habt ja noch richtig Schnee! Das klingt nach einer tollen Wintertour. Die langen dunklen Winternächte schlagen mir auch immer auf die Laune. Aber unter so tollen Bedingungen – Schnee, guter Mond und relativ bekannte Wege – kann eine Wintertour die Stimmung sehr gut heben.
    Danke für das Teilen Eurer Eindrücke!
    Bernd

  2. Vielen Dank für diesen spannenden Blogeintrag! Im Winter bei Nacht zu wandern, daran habe ich noch nicht gedacht. Eure Eindrücke haben mich jedenfalls auf den Geschmack gebracht.

    Liebe Grüße
    Elisa
    outdoormeister.de

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