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ynn Hill ist der erste Mensch, der FREI durch die Weltberühmte NOSE am Al Capitan im Yosemite Valley geklettert ist. Die kleine Ausnahmekletterin läßt uns nun mit ihrer Autobiografie ein Stück weit an ihrem Leben teilhaben.

HERSTELLERANGABEN

1993 erschütterte eine Frau die Grundfesten der alpinen Männerwelt: Lynn Hill kletterte als Erste „Frei“ durch die Riesenwand »The Nose« am El Capitan im Yosemite-Nationalpark. Keine vergleichbare Wand war je ohne Ausrüstung und Sicherung (technische Hilfsmittel) bezwungen worden. In »Climbing Free« erzählt die wohl bekannteste Bergsteigerin der Welt von diesen einzigartigen Unternehmungen und ihrer Leidenschaft für das Klettern. die sie als talentierte 14-Jährige fand und über 30 Jahre später noch immer nicht verloren hat. Sie verrät, wie sie immer wieder die Kraft und den Mut für extreme Routen aufbringt, wie sie sich als Frau eine Männerwelt erschloss und wie ihre Demut vor der Natur sie zur engagierten Naturschützerin werden ließ. Denn eine Lektion hat Lynn Hill als Bergsteigerin früh gelernt: »Der Mensch bleibt immer schwächer als die Natur.«

Draufgeschaut

„it goes Boys“ wer aus der Kletterszene kennt nicht Lynn Hill’s Weltberühmten Satz mit dem sie der Männerwelt einen gehörigen Schlag im ringen um die freie Begehung der „NOSE“ am El Capitan verpasst hat.

In Ihrer Autobiographie beschreibt sie ihren Werdegang von Klein auf. Die Anfänge im Schwimmverein, wo ihr das Wettkampfleben vor Augen geführt wurde. Die darauffolgenden Jahre im Turnverein ebneten den Weg an die Felsen, den sie Dank ihrer Freunde und Geschwister eingeschlagen hat. Mit viel Witz und Spannung berichtet Lynn Hill von ihren ersten Klettererfahrungen im zarten Alter von 14 Jahren und den ersten Berührungen mit der ortsansässigen Kletterszene.

Lynn Hill Climbing Free
Lynn Hill Climbing Free

Klettern im Yosemite Valley

Die Erzählungen aus dem Yosemite Valley und dem „LEGENDÄREM CAMP 4“ sind sehr ausführlich und interessant niedergeschrieben. Ihre Begegnungen mit den absoluten Klettergrößen der 70er und 80er Jahre, die sich im Valley tummelten, prägte natürlich auch Hill. Was dem Leser auch immer wieder sehr authentisch überliefert wird. Das Leben als Kletterer in der damaligen Zeit ist nicht immer einfach. Lynn Hill schreibt von den zahlreichen, teils auch bizarren Jobs, die sie und andere Kletterer angenommen haben um sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen.

Die Teilnahme an verschiedenen Filmprojekten und der TV-Show Survival of the Fittest werden sehr ausführlich erzählt was zu dem Gesamtkonzept des Buches passt. Die Autorin findet hier den perfekten Spagat zwischen Spannung und Humor. Ist doch der Abschnitt in Las Vegas oder die Kletterei auf einem Heißluftballon eher etwas kurios. Anschließend schafft Hill es wieder den Leser durch ihre herrliche Erzählweise ans Buch zu fesseln. Vor allem wenn über die großen Erfolge in den schwierigsten Routen der Welt geschrieben wird.

it goes Boys

Im Leben einer Spitzenkletterin gibt es nicht nur schöne Begehungen von neuen Routen oder sich braungebrannt einen Klassiker hochschieben, nein es gibt auch unschöne Ereignisse. So gewährt Hill einen tiefen Einblick in ihre Gefühlswelt was, wenn man vergleichbare Bücher sieht, in dem Maße nicht selbstverständlich ist. Sie spricht sehr ausführlich über gescheiterte Beziehungen. Ihre erste Ehe die nach drei Jahren bereits ein Ende fand und leider auch über Verluste von guten Freunden die an unterschiedlichsten Wänden der Welt ihr Leben ließen.

Lynn Hill Climbing Free
Lynn Hill Climbing Free

Erfolgreicher Ausflug ins Sportklettern

Nach den großen Erfolgen in Amerika kam mit dem Sportklettern eine neue Disziplin Mitte der 80er in die Klettergemeinschaft. Hill schreibt über die Wettkämpfe, die anfangs meist in Europa stattfanden. Sie berichtet von den Schwierigkeiten in den frühen Anfängen dieser aufblühenden Sportart, die nun auch die breite Öffentlichkeit erreichte. Im Anschluß an die erfolgreichen Wettkämpfe suchte sie neue Herausforderungen und kehrte ins Yosemite Valley zurück um die freie Begehung der Nose in Angriff zu nehmen.

Die Autorin schreibt sehr deutlich welche enorme Anstrengungen hinter diesem Großereignis steckten. Das Thema Bergsteigen was für Lynn Hill selbst nie die große Rolle spielte, holte sie dann irgendwann doch ein. Sie nahm an einer Amerikanische Expedition nach Kasachstan teil. Dort stellte sich Hill der Gefahren, die sie immer abschreckte die großen Berge dieser Welt zu bereisen. Ach hier wird der sehr gute Schreibstil beibehalten, man kann vor lauter Spannung das Buch einfach nicht aus der Hand legen.

Lynn Hill Climbing Free
Lynn Hill Climbing Free

PRO

  • Interessanter Anfang (Vorwort)
  • chronologische Erzählung der Ereignisse
  • Spannende Schreibweise
  • Kletterschwierigkeitsskala im Buch vorhanden

CONTRA

  • zum Schluß hin zu viele spirituelle Ereignisse
  • die letzten Kapitel wirken etwas rasch durchgeschrieben und dadurch nicht so ausführlich wie der Rest

FAZIT

Und so wird diese Autobiografie Climbing Free: In den steilsten Wänden der Welt von Lynn Hill ein richtiger Bestseller in der Berg.- Kletterliteratur. Ein klitzekleiner Wermutstropfen ist die zum Ende hin doch sehr oft angesprochene Verbindung, die sie zu Verstorbenen spürte. Läßt man dieses wirklich sehr kleine Manko beiseite hat man ein Buch von einer eindrucksvolle Persönlichkeit in der Hand. Man merkt einfach das Lynn Hill freude dabei hatte dem Leser ein kleines Stück von ihrem Leben zu erzählen.

LINKS

Offizielle Webseite von Lynn Hill http://lynnhillclimbing.com/

 

 

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